Geschrieben von Gabi Obi (Rieselfeld.BIZ).
300 Menschen vor Lampedusa. 400 Menschen vor der griechischen Insel Lesbos. Und zuletzt bis zu 950 Menschen vor der Küste Italiens. Unvorstellbare Zahlen. Unvorstellbar, welches Leid jeder einzelne von diesen Menschen erlitten hat. Unvorstellbar, was für tragische Einzelschicksale hinter jeder Flucht stecken. Einfach nicht vorstellbar.
Emotional tief getroffen von diesen Tragödien die vor den Türen unseres Europas tagtäglich stattfinden und in zunehmender Wut über die ignorante Politik der Europäischen Union, getrieben unter anderem von Deutschland, hatte ich außerdem das Gefühl, dass die deutsche Bevölkerung sich immer weniger unter diesen bis zu dreistelligen Todeszahlen vorstellen konnte. Ob jetzt 10, 100 oder 1000 Tote scheint keinen Unterschied zu machen. Dass aber Flüchtlinge keine Zahl, sondern jeder einzelne ein Individuum ist, scheint in Vergessenheit zu geraten. Flüchtlinge als Zahl, welche nicht mit Menschenwürde oder Menschenrechten in Verbindung gesetzt wird, sondern fast ausschließlich mit aus Flüchtlingsströmen resultierenden Problemen.
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